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Wiedereinstieg nach der Elternzeit: 6 Arbeitszeitmodelle für Therapeutinnen im Vergleich

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Lena von CuraCareer

5. August 2026

TL;DR: Beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit entscheidet in einer Therapiepraxis nicht die Stundenzahl, sondern die Lage der Stunden. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie laufen in Behandlungsserien mit fester Frequenz, deshalb scheitern Teilzeitwünsche fast nie am Umfang, sondern am Terminraster. Sechs Modelle sind in Praxen realistisch: feste Teilzeit an wenigen langen Tagen, tägliche Kurzschicht am Vormittag, 4-Tage-Woche, fester Nachmittagsblock, Jobsharing auf einer Vollzeitstelle und ein Minijob als Wiedereinstiegsbrücke. Wer sein Modell mit dem Terminraster begründet statt mit dem eigenen Kalender, bekommt deutlich häufiger ein Ja. Ob du auf ein Modell einen gesetzlichen Anspruch hast, hängt von der Praxisgröße ab und steht in TzBfG §8, TzBfG §9a und BEEG §15.

Welches Arbeitszeitmodell passt nach der Elternzeit zu mir als Therapeutin?

Nach der Elternzeit passt in einer Therapiepraxis das Modell, dessen Arbeitstage zur Terminfrequenz deiner Patientenserien passen und dessen Betreuungslücken du zuverlässig abdecken kannst. Für Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen und Logopädinnen sind sechs Modelle realistisch: feste Teilzeit an wenigen langen Tagen, tägliche Kurzschicht am Vormittag, 4-Tage-Woche, fester Nachmittagsblock, Jobsharing auf einer Vollzeitstelle und geringfügige Beschäftigung als Brücke. Die folgende Tabelle vergleicht alle sechs.

6 Arbeitszeitmodelle für den Wiedereinstieg in die Therapiepraxis im Vergleich
ModellTypischer UmfangPasst wennVorteilHaken
Feste Teilzeit an wenigen langen Tagen20 bis 25 Std. an 2 bis 3 TagenBetreuung an wenigen Tagen sicher steht, etwa durch Großeltern oder PartnerGanze freie Tage, wenig Wegezeit, volle BehandlungsblöckeLange Tage mit Kita-Randzeiten, an einem Ausfalltag fällt viel Serie aus
Tägliche Kurzschicht am Vormittag20 bis 25 Std., 5 Tage à 4 bis 5 Std.Das Kind eine Vormittagsbetreuung hat und du täglich präsent sein willstDu bist jeden Tag im Terminplan, hohe Frequenzen sind bedienbarKein freier Tag, Hausbesuche und lange Serien passen schlecht in 4 Stunden
4-Tage-Woche30 bis 32 Std. an 4 TagenDu nah an Vollzeit bleiben willst und einen festen Familientag brauchstFast volles Gehalt, volle Sozialversicherung, ein planbarer freier TagLange Tage, der freie Tag muss über Monate fix bleiben, sonst kippen Serien
Fester Nachmittagsblock16 bis 20 Std., 4 bis 5 NachmittageDer Partner die Nachmittage übernimmt oder die Kita bis in den späten Nachmittag gehtDu deckst die begehrten Feierabend- und Schulkindtermine ab, gutes Argument in der VerhandlungKollidiert mit Abendessen und Zubettgehen, wenig gemeinsame Zeit am Nachmittag
Jobsharing auf einer Vollzeitstelle2 Personen mit je etwa 19 bis 20 Std.Es eine zweite Therapeutin mit ähnlichem Bedarf in der Praxis gibtDie Stelle ist durchgehend besetzt, Vertretung bei Kinderkrankheit ist eingebautErfordert saubere Übergaben und eine Partnerin, mit der du fachlich einig bist
Geringfügige Beschäftigung als Brücke5 bis 8 Std. pro WocheDu erst wieder ankommen willst und Elterngeld oder Familienphase noch läuftSehr niedrige Einstiegshürde, Kontakt zum Team und zur Fachlichkeit bleibtKeine eigene Kranken- und Arbeitslosenversicherung aus diesem Job, kaum Rentenaufbau

Warum scheitern Teilzeitwünsche in Therapiepraxen so oft am Terminplan?

Teilzeitwünsche scheitern in Therapiepraxen meistens daran, dass Patienten nicht einzeln kommen, sondern in Serien mit vorgegebener Behandlungsfrequenz. Eine Verordnung über zum Beispiel 10 Einheiten Krankengymnastik mit zwei Terminen pro Woche belegt für rund fünf Wochen zwei feste Slots. Wenn deine Arbeitstage von Woche zu Woche wechseln, lässt sich diese Serie nicht sauber legen, und die Praxisleitung sagt Nein, obwohl sie gegen die Stundenzahl nichts hat.

Dazu kommt die Rezeptlaufzeit. Die Heilmittel-Richtlinie sieht vor, dass eine Behandlungsserie nicht beliebig lange unterbrochen werden darf, sonst verfällt die Verordnung und muss neu ausgestellt werden. Den aktuell gültigen Unterbrechungszeitraum und die zulässigen Ausnahmen prüfst du in der Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses oder bei deiner Praxisleitung. Praktisch heißt das: Eine Therapeutin, die drei Wochen am Stück da ist und dann eine Woche fehlt, produziert abgebrochene Serien und Ärger mit der Abrechnung. Eine Therapeutin, die jeden Dienstag und Donnerstag da ist, produziert gar nichts davon.

Behandlungsfrequenz und passende Arbeitszeitmodelle in der Therapiepraxis
VerordnungsfrequenzWas die Serie brauchtPasst zuKollidiert mit
1x pro WocheEin fester Wochentag über die gesamte SerieAllen Modellen mit festen WochentagenWechselnden Arbeitstagen von Woche zu Woche
2x pro WocheZwei Tage mit 2 bis 3 Tagen Abstand, etwa Montag und DonnerstagFeste Teilzeit an wenigen langen Tagen, 4-Tage-WocheBlockmodellen mit drei aufeinanderfolgenden Tagen
3x pro Woche, etwa nach Operationen oder in der LymphdrainageDrei Termine gleichmäßig über die Woche verteiltTägliche Kurzschicht, 4-Tage-WocheModellen mit nur zwei Arbeitstagen
HausbesuchsserieZusammenhängender Block inklusive Fahrzeit, meist 2 bis 3 Stunden am StückLangen Tagen, Vormittagsblock mit PufferKurzschichten unter 4 Stunden
Kinder- und Schulkindtermine in Ergotherapie und LogopädieTermine nach Kita- und Schulschluss, also am späten NachmittagFestem Nachmittagsblock, 4-Tage-WocheReinen Vormittagsmodellen

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Wie funktionieren die 6 Arbeitszeitmodelle im Praxisalltag konkret?

Jedes der sechs Arbeitszeitmodelle für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit hat eine eigene Logik bei Terminplanung, Vertretung und Hausbesuchen. Hier steht für jedes Modell, für wen es passt, was es im Praxisalltag bedeutet und welchen Nachteil du bewusst in Kauf nimmst.

Modell 1: Feste Teilzeit an wenigen langen Tagen

Du arbeitest 20 bis 25 Stunden an zwei bis drei festen Tagen, zum Beispiel Montag und Donnerstag von 8 bis 18 Uhr. Für die Praxis ist das das terminfreundlichste Teilzeitmodell überhaupt, weil ein Montag-Donnerstag-Raster exakt eine Frequenz von zweimal pro Woche abbildet. Du kannst volle Serien übernehmen und auch Hausbesuche fahren, weil du zusammenhängende Blöcke hast. Der bewusste Nachteil: Die Tage sind lang, du siehst dein Kind an diesen Tagen kaum, und du brauchst eine Betreuung, die über die Kita-Kernzeit hinausgeht. Fällt einer deiner beiden Tage aus, fällt gleich die halbe Wochenleistung aus.

Modell 2: Tägliche Kurzschicht am Vormittag

Du arbeitest an fünf Tagen jeweils vier bis fünf Stunden, typisch von 8 bis 12:30 Uhr, und kommst so auf 20 bis 25 Stunden. Für dich ist das das familienfreundlichste Modell, weil es exakt zur Kita-Kernzeit passt. Für die Praxis ist es attraktiv, weil du täglich im Plan stehst und damit auch Frequenzen von dreimal pro Woche bedienen kannst. Der bewusste Nachteil: Du hast keinen freien Tag, Hausbesuche und lange Behandlungsserien am Stück passen schlecht in eine 4-Stunden-Schicht, und Fortbildungen oder Teambesprechungen liegen fast immer außerhalb deiner Zeit.

Modell 3: 4-Tage-Woche

Du arbeitest 30 bis 32 Stunden an vier Tagen und hast einen festen freien Wochentag. Das ist das Modell mit der besten Bilanz für Gehalt und Rentenaufbau, weil du nah an Vollzeit bleibst. Für die Terminplanung ist es unkritisch, solange der freie Tag über Monate derselbe bleibt: Die Praxis kann dann alle Serien um diesen Tag herum legen. Der bewusste Nachteil: Die vier Tage sind lang, und du brauchst an vier Tagen pro Woche eine Betreuung bis in den späten Nachmittag. Ein rotierender freier Tag funktioniert in der Therapie praktisch nie.

Modell 4: Fester Nachmittagsblock

Du arbeitest 16 bis 20 Stunden an vier bis fünf Nachmittagen, zum Beispiel von 14 bis 18 Uhr. Das ist in Verhandlungen das stärkste Modell, weil der späte Nachmittag in fast jeder Praxis der knappste Slot ist: Berufstätige Patienten, Schulkinder in der Ergotherapie und Logopädie sowie Sportler wollen genau dann kommen. Wenn du diese Zeiten zuverlässig abdeckst, verschaffst du der Praxis Umsatz, den sie sonst nicht machen kann. Der bewusste Nachteil liegt komplett im Privaten: Abendessen, Zubettgehen und die gemeinsamen Nachmittage fallen an deinen Arbeitstagen weg, und das Modell steht und fällt damit, dass jemand anders die Nachmittage übernimmt.

Modell 5: Jobsharing auf einer Vollzeitstelle

Zwei Therapeutinnen teilen sich eine Vollzeitstelle mit je etwa 19 bis 20 Stunden und einer gemeinsamen Patientenliste. Das löst das größte Problem der Praxis beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Die Stelle ist durchgehend besetzt, Vertretungsketten bei Kinderkrankheit sind eingebaut, und Serien laufen ohne Unterbrechung weiter. Voraussetzung ist eine strukturierte Übergabe, also gemeinsame Dokumentation, abgestimmte Behandlungsziele und eine feste Übergabezeit. Der bewusste Nachteil: Du gibst fachliche Alleinverantwortung für deine Patienten ab, und wenn die Partnerin ausfällt oder kündigt, steht das Modell zur Disposition. Wichtig ist außerdem, dass beide Verträge eigenständig sind und keine gegenseitige Vertretungspflicht enthalten, die du nicht erfüllen kannst.

Modell 6: Geringfügige Beschäftigung als Wiedereinstiegsbrücke

Du arbeitest fünf bis acht Stunden pro Woche, oft an einem festen Nachmittag, und nutzt das als Brücke zwischen Elternzeit und richtigem Wiedereinstieg. Der Vorteil ist der niedrige Einstieg: Du bleibst im Team, hältst deine Handgriffe und deine Patientenkontakte, und du merkst, wie viel Belastung du gerade trägst. Für die Praxis eignen sich hier Serien mit einmal wöchentlicher Frequenz. Der bewusste Nachteil ist groß und wird oft unterschätzt: Aus einem Minijob entsteht keine eigene Kranken- und Pflegeversicherung, kein Anspruch auf Arbeitslosengeld und kaum Rentenaufbau. Die Geringfügigkeitsgrenze ist an den Mindestlohn gekoppelt und ändert sich, den aktuellen Wert prüfst du bei der Minijob-Zentrale.

Was bedeutet weniger Stunden für Gehalt und Sozialversicherung?

Weniger Stunden senken dein Bruttogehalt anteilig, wirken sich aber je nach Beschäftigungsform sehr unterschiedlich auf Krankenversicherung, Rente und Arbeitslosengeld aus. Entscheidend ist nicht die Stundenzahl, sondern in welchem Entgeltbereich du landest.

Beschäftigungsform und soziale Absicherung beim Wiedereinstieg
BeschäftigungsformKranken- und PflegeversicherungRentenversicherungArbeitslosengeld und Krankengeld
Minijob (geringfügige Beschäftigung)Keine eigene Absicherung aus diesem Job, du brauchst Familienversicherung oder eine freiwillige VersicherungVersicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit auf Antrag, nur sehr kleiner RentenaufbauKein Anspruch aus diesem Job
Midijob (Übergangsbereich)Volle Mitgliedschaft, reduzierter ArbeitnehmerbeitragVoller Rentenaufbau aus dem tatsächlichen Entgelt trotz reduziertem BeitragAnspruch besteht, die Höhe richtet sich nach dem Teilzeitentgelt
Teilzeit über dem ÜbergangsbereichVolle Mitgliedschaft, regulärer BeitragRentenaufbau anteilig zum EntgeltAnspruch besteht, die Höhe richtet sich nach dem Teilzeitentgelt
VollzeitVolle Mitgliedschaft, regulärer BeitragVoller RentenaufbauAnspruch nach dem vollen Entgelt

Zwei Punkte, die beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit häufig übersehen werden. Erstens: Teilzeit senkt die Bemessungsgrundlage für das Elterngeld eines weiteren Kindes, weil sich das Elterngeld nach dem Einkommen der zwölf Monate vor dem Mutterschutz richtet. Monate mit Mutterschutz oder Elterngeldbezug für ein älteres Kind lassen sich nach BEEG §2b auf Antrag aus diesem Zeitraum ausklammern, reine Teilzeitmonate dagegen nicht. Zweitens: Sonderzahlungen, Fortbildungsbudget und Urlaubstage müssen anteilig, aber nicht schlechter als bei Vollzeitkräften gewährt werden, das ist der Grundsatz der Gleichbehandlung nach TzBfG §4.

Wie schlage ich mein Arbeitszeitmodell vor, sodass die Praxisleitung Ja sagen kann?

Du schlägst dein Modell vor, indem du es aus Sicht des Terminplans begründest, nicht aus Sicht deiner Betreuungssituation. Die Praxisleitung entscheidet nicht über deine Familie, sondern über Behandlungskontinuität, Auslastung und Vertretbarkeit. Wer das Gespräch mit dem Terminraster führt, bekommt deutlich häufiger ein Ja.

  • Sag zuerst die Lage, dann die Stunden: Montag und Donnerstag ganztags ist ein Angebot, 20 Stunden ist eine Forderung.
  • Rechne die Frequenzen vor: Zeig, welche Verordnungsfrequenzen dein Raster abdeckt, zum Beispiel dass Dienstag und Freitag jede Serie mit zweimal pro Woche trägt.
  • Biete feste Blöcke statt verstreuter Stunden an: Drei Stunden hier und zwei Stunden dort erzeugen Lücken im Plan, die niemand füllen kann.
  • Nimm die unbeliebten Zeiten: Später Nachmittag und früher Morgen sind in fast jeder Praxis der Engpass, wer sie abdeckt, verhandelt aus einer starken Position.
  • Regel die Übergabe aktiv: Nenne konkret, wer deine Serien an deinen freien Tagen weiterführt und wie du dokumentierst, damit die Vertretung ohne Rückfragen arbeiten kann.
  • Biete einen Probezeitraum an: Drei Monate mit einem festen Auswertungstermin senken das Risiko für die Praxis und machen ein Nein unwahrscheinlicher.
  • Bring den Antrag schriftlich mit Wunschbeginn mit, auch wenn das Gespräch freundlich läuft: Fristen laufen erst ab dem schriftlichen Antrag.
Eine Praxis lehnt selten 20 Stunden ab. Sie lehnt 20 Stunden ab, die sie nicht in ein Terminraster legen kann.

Was kommt in den ersten Wochen zurück in der Praxis auf mich zu?

In den ersten Wochen nach der Elternzeit kostet dich nicht die Behandlung selbst Kraft, sondern alles drumherum: Dokumentationsvorgaben, Abrechnungsregeln und ein Patientenstamm, der weitergezogen ist. Plane die ersten vier bis sechs Wochen bewusst mit weniger Neupatienten und mehr laufenden Serien.

  • Verordnungen und Abrechnung: Heilmittelvorgaben, Diagnosegruppen und Dokumentationspflichten ändern sich regelmäßig. Lass dir die aktuellen Vorgaben und die Praxissoftware in einer festen Einarbeitungsstunde zeigen, statt sie nebenbei zu lernen.
  • Patientenstamm: Deine früheren Patienten sind während deiner Abwesenheit zu Kolleginnen gewechselt. Rechne damit, dass dein Plan die ersten Wochen dünner ist, und sprich vorab, wie er wieder gefüllt wird.
  • Fachliches: Prüfe, ob deine Zertifikatspositionen wie Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage oder Bobath eine Fortbildungspflicht haben, die während der Elternzeit gelaufen ist.
  • Körper: Nach Schwangerschaft, Geburt und einem Jahr Tragen ist der Beckenboden und die Rumpfmuskulatur ein Thema. Zwölf Behandlungen am Tag im Stehen sind nicht dasselbe wie vor der Elternzeit.
  • Teamstruktur: Kläre in der ersten Woche, wer deine Vertretung an deinen freien Tagen ist und wie Rückfragen zu deinen Serien laufen.

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Was passiert, wenn mein Kind krank ist und ich in der Praxis ausfalle?

Wenn dein gesetzlich versichertes Kind krank wird, hast du nach SGB V §45 Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit und auf Kinderkrankengeld von deiner Krankenkasse, wenn ein ärztliches Attest die Betreuungsnotwendigkeit bescheinigt und niemand anders im Haushalt das Kind betreuen kann. Das Kinderkrankengeld ersetzt einen Großteil des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts und wird von der Krankenkasse gezahlt, nicht von der Praxis.

Die Systematik: Der Anspruch gilt je Kind und je Elternteil für eine gesetzlich festgelegte Anzahl von Arbeitstagen pro Jahr, für Alleinerziehende in doppelter Höhe, mit einer Obergrenze bei mehreren Kindern. Die konkrete Tageszahl wurde in den letzten Jahren mehrfach geändert, deshalb frag den für das laufende Jahr gültigen Wert direkt bei deiner Krankenkasse ab. Nicht übertragbare Tage lassen sich zwischen den Elternteilen mit Zustimmung des Arbeitgebers tauschen, das ist bei einer Therapiepraxis mit engem Terminplan oft der pragmatischere Weg. Wichtig für Privatversicherte: SGB V §45 gilt für gesetzlich Versicherte, privat Versicherte haben diesen Anspruch nicht und müssen auf vertragliche Regelungen zurückgreifen.

Prüfe außerdem deinen Arbeitsvertrag auf BGB §616. Nach dieser Vorschrift bleibt der Vergütungsanspruch bei einer vorübergehenden Verhinderung aus persönlichen Gründen bestehen, sie ist aber in vielen Arbeitsverträgen von Therapiepraxen wirksam abbedungen. Ist BGB §616 ausgeschlossen, greift ausschließlich das Kinderkrankengeld nach SGB V §45.

Habe ich einen Rechtsanspruch auf das Modell, das ich mir wünsche?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit hast du als Therapeutin nur, wenn die Praxis eine bestimmte Betriebsgröße überschreitet, und selbst dann bezieht sich der Anspruch auf den Umfang der Arbeitszeit, nicht garantiert auf deren Lage. Die drei relevanten Grundlagen sind BEEG §15 für Teilzeit während der Elternzeit, TzBfG §8 für unbefristete Teilzeit und TzBfG §9a für die befristete Brückenteilzeit. Weil viele Therapiepraxen klein sind, greift in der Realität oft keine dieser Vorschriften, und es bleibt bei der vertraglichen Vereinbarung. Welche Schwellen, Fristen und Ablehnungsgründe im Einzelnen gelten, steht ausführlich im Artikel zum Teilzeitanspruch nach der Elternzeit und zur Brückenteilzeit.

Wie finde ich eine Praxis, die mein Arbeitszeitmodell mitträgt?

Eine Praxis, die dein Modell mitträgt, erkennst du im Bewerbungsgespräch daran, dass sie über Terminraster und Vertretung spricht statt über Flexibilität im Allgemeinen. Frag konkret: Wie viele Therapeutinnen arbeiten hier in Teilzeit, wie werden Serien an freien Tagen vertreten, und wie ist der späte Nachmittag besetzt. Größere Praxen und Kliniken haben mehr Spielraum, weil sie Serien auf mehrere Köpfe verteilen können, in kleinen Praxen entscheidet fast immer, ob dein Raster in die bestehende Planung passt. Der Fachkräftemangel in Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie gibt dir dabei eine Verhandlungsposition: Eine eingearbeitete Therapeutin mit festem Raster ist für jede Praxis wertvoller als eine unbesetzte Stelle.

Rechtlicher Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschliesslich zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Berufsberatung dar. Alle Angaben ohne Gewaehr. Bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen wende dich an eine zugelassene Rechtsanwaltskanzlei oder Steuerkanzlei. CuraCareer uebernimmt keine Haftung fuer die Richtigkeit, Vollstaendigkeit oder Aktualitaet der bereitgestellten Informationen.

Häufige Fragen

Welches Arbeitszeitmodell ist nach der Elternzeit für Physiotherapeutinnen am besten?

Es gibt kein bestes Modell, aber das terminfreundlichste ist feste Teilzeit an wenigen langen Tagen mit gleichmäßigem Abstand, etwa Montag und Donnerstag. Dieses Raster deckt Verordnungen mit zwei Behandlungen pro Woche exakt ab, deshalb stimmen Praxen ihm besonders häufig zu. Familienfreundlicher ist die tägliche Kurzschicht am Vormittag mit vier bis fünf Stunden an fünf Tagen, sie passt zur Kita-Kernzeit, lässt aber keine Hausbesuche und keine langen Blöcke zu.

Wie viele Stunden arbeiten Therapeutinnen nach der Elternzeit typischerweise?

In Therapiepraxen sind beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit Umfänge zwischen 16 und 32 Wochenstunden üblich. Wer nah am alten Einkommen und an voller sozialer Absicherung bleiben will, landet meist bei einer 4-Tage-Woche mit 30 bis 32 Stunden. Wer zuerst ankommen will, startet mit einem Minijob oder 16 bis 20 Stunden und stockt später auf. Entscheidend für die Zustimmung der Praxis ist weniger der Umfang als die feste Lage der Arbeitstage.

Warum lehnen Therapiepraxen Teilzeitwünsche ab?

Therapiepraxen lehnen Teilzeitwünsche meistens ab, weil das gewünschte Arbeitszeitraster nicht zu den Behandlungsserien passt, nicht weil die Stundenzahl zu niedrig wäre. Patienten kommen mit fester Frequenz über mehrere Wochen, und eine Serie mit zwei Terminen pro Woche braucht zwei feste Wochentage mit gleichmäßigem Abstand. Verstreute Stunden oder wechselnde Tage erzeugen Lücken im Terminplan und abgebrochene Serien. Wer sein Modell als festes Raster vorschlägt, entkräftet genau dieses Argument.

Kann ich als Therapeutin im Jobsharing arbeiten?

Ja, Jobsharing funktioniert in Therapiepraxen gut, weil zwei Therapeutinnen mit je etwa 19 bis 20 Stunden eine Vollzeitstelle durchgehend besetzt halten. Der Vorteil für die Praxis ist die eingebaute Vertretung bei Kinderkrankheit, der Vorteil für dich sind planbare freie Tage. Voraussetzung sind gemeinsame Dokumentation, abgestimmte Behandlungsziele und eine feste Übergabezeit. Achte darauf, dass dein Vertrag keine Vertretungspflicht enthält, die du mit deiner Betreuungssituation nicht erfüllen kannst.

Was passiert mit meiner Rente, wenn ich nach der Elternzeit in Teilzeit gehe?

In regulärer Teilzeit baust du Rentenansprüche anteilig zu deinem Entgelt auf, im Midijob-Bereich sogar aus dem vollen tatsächlichen Entgelt trotz reduziertem Arbeitnehmerbeitrag. Im Minijob entsteht nur ein sehr kleiner Rentenaufbau, und bei Befreiung von der Rentenversicherungspflicht auf Antrag entfällt er weitgehend. Zusätzlich werden dir Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet, unabhängig davon, ob du in dieser Zeit arbeitest.

Wie viele Tage bekomme ich frei, wenn mein Kind krank ist?

Der Anspruch auf Freistellung und Kinderkrankengeld nach SGB V §45 gilt je Kind und je Elternteil für eine gesetzlich festgelegte Zahl von Arbeitstagen pro Kalenderjahr, für Alleinerziehende in doppelter Höhe und mit einer Obergrenze bei mehreren Kindern. Die konkrete Tageszahl wurde mehrfach geändert, deshalb erfragst du den für das laufende Jahr gültigen Wert bei deiner Krankenkasse. Voraussetzungen sind ein gesetzlich versichertes Kind unter zwölf Jahren, ein ärztliches Attest und keine andere Betreuungsperson im Haushalt.

Muss die Praxis mir nach der Elternzeit meinen alten Arbeitsplatz zurückgeben?

Nach dem Ende der Elternzeit lebt dein alter Arbeitsvertrag mit der ursprünglich vereinbarten Stundenzahl wieder auf. Du hast Anspruch auf eine gleichwertige Tätigkeit, aber nicht zwingend auf denselben Patientenstamm, denselben Behandlungsraum oder dieselben Zeiten. Wenn du mit anderen Stunden zurückkommen willst, brauchst du entweder einen gesetzlichen Teilzeitanspruch oder eine schriftliche Vereinbarung mit der Praxis.

Lohnt sich ein Minijob als Wiedereinstieg in die Therapie?

Ein Minijob lohnt sich als zeitlich begrenzte Brücke, um Team, Handgriffe und Patientenkontakt zu halten, nicht als Dauerlösung. Aus einer geringfügigen Beschäftigung entsteht keine eigene Kranken- und Pflegeversicherung, kein Anspruch auf Arbeitslosengeld und kaum Rentenaufbau. Setz dir deshalb von Anfang an einen Zeitpunkt, zu dem du aufstockst, und halte diesen Zeitpunkt schriftlich mit der Praxis fest.

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