TL;DR: Neurophysiotherapeuten verdienen 2026 zwischen 3.000 und 4.500 € brutto – in Reha-Kliniken und Akutkrankenhäusern tendenziell mehr als in Praxen. Bobath- und PNF-Zertifizierung bringen 200–500 € Zuschlag. Hier die vollständige Gehaltsanalyse.
Neurophysiotherapie: Gehaltüberblick 2026
Die Neurophysiotherapie ist eine der anspruchsvollsten Spezialisierungen in der Physiotherapie – und wird überdurchschnittlich vergütet. Patienten mit Schlaganfall, Multipler Sklerose, Parkinson oder Querschnittlähmung brauchen Therapeuten mit Spezialwissen und hoher Empathie. Die Nachfrage ist hoch: Der demografische Wandel und steigende Schlaganfall-Überlebensraten treiben den Bedarf.
Gehaltstabelle Neurophysiotherapeut 2026
- Praxis (ohne Bobath/PNF): 2.900–3.200 € brutto
- Praxis (mit Bobath oder PNF): 3.200–3.600 € brutto
- Reha-Klinik neurologisch: 3.300–3.900 € brutto (TVöD 9a–9b)
- Akutkrankenhaus Neurologie: 3.400–4.200 € brutto (TVöD + Zulagen)
- Spezialisierte Neuroreha (Phase B/C): 3.500–4.300 € brutto
- Leitende Position Neuroreha: 4.000–4.800 € brutto
- Selbstständig mit Hausbesuchen (Neuro-Patienten): 4.500–6.500 € brutto
Bobath- und PNF-Zuschlag: So viel mehr verdienst du
Bobath und PNF sind die wichtigsten Zusatzqualifikationen in der Neurophysiotherapie. In Kliniken führen sie häufig zu einer höheren Eingruppierung (TVöD 9b statt 9a), in Praxen zu 200–500 € mehr brutto. Beide Konzepte ermöglichen zudem höhere Abrechnung: KG-ZNS nach Bobath oder PNF wird mit ca. 31 €/30 Min. vergütet (statt ca. 22 € für KG).
- Bobath-Zertifikat (IBITA-anerkannt): +200–400 € brutto/Monat in Kliniken
- PNF-Zertifikat (IPNFA-anerkannt): +200–400 € brutto/Monat in Kliniken
- Bobath + PNF kombiniert: +400–600 € brutto/Monat, oft Voraussetzung für leitende Positionen
- In Praxen: KG-ZNS Bobath/PNF hat ca. 40 % höheren Abrechnungswert als Standard-KG
Gehalt nach Arbeitgeber: Klinik vs. Praxis vs. Selbstständig
Klinik (TVöD)
Im öffentlichen Dienst werden Neurophysiotherapeuten in TVöD 9a–9b eingestuft. Mit Bobath/PNF und Berufserfahrung erreichst du Stufe 4–6, was 3.600–4.200 € brutto entspricht. Zusätzlich gibt es Zulagen für Wochenend-, Nacht- und Feiertagsdienste (100–300 €/Monat). Vorteil: Betriebsrente (VBL), 30 Tage Urlaub, Jobsicherheit.
Praxis
In Praxen liegen die Gehälter niedriger (3.000–3.600 €), aber die Arbeitszeiten sind planbarer und es gibt keine Wochenenddienste. Praxen mit neurologischem Schwerpunkt zahlen besser als allgemeine Praxen, weil KG-ZNS höher vergütet wird. In NRW sind Praxen in Köln und Düsseldorf die bestbezahlten.
Selbstständigkeit
Selbstständige Neurophysiotherapeuten mit Hausbesuchs-Praxis verdienen am meisten: KG-ZNS-Hausbesuch wird mit ca. 40 €/30 Min. vergütet (inklusive Fahrtkosten-Pauschale). Bei 6–8 Hausbesuchen pro Tag liegt der Bruttoumsatz bei 8.000–12.000 €/Monat. Die Nachfrage nach neurologischen Hausbesuchen ist enorm hoch.
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Regionale Unterschiede in NRW
- Köln: 3.200–3.800 € brutto (Praxis), viele Neuro-Praxen
- Düsseldorf: 3.100–3.700 € brutto (Praxis), starke Kliniklandschaft
- Ruhrgebiet: 3.000–3.500 € brutto (Praxis), hohe Nachfrage durch Altersstruktur
- Münsterland: 2.900–3.300 € brutto (Praxis), weniger Konkurrenz, Hausbesuche lukrativ
- Kliniken NRW allgemein: TVöD-Niveau, kaum regionale Unterschiede
Gehaltsentwicklung und Prognose
Die Nachfrage nach Neurophysiotherapeuten steigt stärker als in fast jeder anderen Spezialisierung. Gründe: Demografischer Wandel (mehr Schlaganfälle), bessere Überlebensraten bei neurologischen Erkrankungen und der Ausbau ambulanter Neuroreha. Prognose: Gehälter steigen bis 2028 um 10–18 %, besonders in der Selbstständigkeit mit Hausbesuchen.
„Mit Bobath-Zertifikat und neurologischem Schwerpunkt bin ich die meistgefragte Therapeutin in unserer Praxis – und verdiene 500 € mehr als meine Kollegen ohne Neuro-Quali.“ – Physiotherapeutin, 33, Düsseldorf