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Gehaltstabelle Physiotherapeut 2026: Alle Bundesländer im Vergleich

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Lena von CuraCareer

3. Juni 2026

Was verdienen Physiotherapeuten in Deutschland wirklich? Die Antwort hängt stark vom Bundesland ab: Zwischen Bayern und Sachsen liegen bis zu 700 Euro Unterschied im Monat. Diese Gehaltstabelle zeigt dir alle Zahlen für 2026, aufgeschlüsselt nach Bundesland, Erfahrung, TVöD-Stufe und Arbeitgebertyp.

Gehalt nach Bundesland 2026: Die komplette Übersicht

Die folgenden Zahlen basieren auf dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Tarifverträgen und eigenen Erhebungen. Alle Angaben sind Brutto-Monatsgehälter für Vollzeit (40 Stunden).

  • Baden-Württemberg: 3.000–3.900 EUR (Median 3.250 EUR). Höchstes Gehaltsniveau, aber auch höchste Lebenshaltungskosten. Stuttgart und Freiburg zahlen Spitzengehälter.
  • Bayern: 2.950–3.850 EUR (Median 3.200 EUR). München liegt über dem Landesschnitt, ländliche Regionen wie Oberfranken darunter.
  • Hessen: 2.900–3.750 EUR (Median 3.150 EUR). Frankfurt-Rhein-Main treibt den Schnitt nach oben.
  • Nordrhein-Westfalen: 2.600–3.800 EUR (Median 3.100 EUR). Große Spanne zwischen Düsseldorf/Köln und Ruhrgebiet.
  • Hamburg: 2.850–3.700 EUR (Median 3.150 EUR). Hohe Gehälter, aber Mieten fressen den Vorteil.
  • Niedersachsen: 2.600–3.400 EUR (Median 2.950 EUR). Hannover und Oldenburg liegen über dem Landesschnitt.
  • Schleswig-Holstein: 2.550–3.350 EUR (Median 2.900 EUR). Praxen an der Küste bieten oft Lifestyle-Benefits statt Spitzengehälter.
  • Rheinland-Pfalz: 2.550–3.400 EUR (Median 2.950 EUR). Mainz und Koblenz liegen höher als der ländliche Raum.
  • Berlin: 2.700–3.500 EUR (Median 3.000 EUR). Aufholend, aber immer noch unter West-Niveau. Fachkräftemangel drückt Gehälter nach oben.
  • Sachsen: 2.400–3.100 EUR (Median 2.700 EUR). Niedrigstes Niveau, aber auch niedrigste Lebenshaltungskosten. Leipzig und Dresden liegen höher.
  • Thüringen: 2.400–3.050 EUR (Median 2.650 EUR). Ähnlich wie Sachsen, mit Erfurt und Jena als Gehalts-Hotspots.
  • Sachsen-Anhalt: 2.350–3.000 EUR (Median 2.600 EUR). Halle und Magdeburg zahlen besser als der ländliche Raum.
  • Brandenburg: 2.400–3.100 EUR (Median 2.700 EUR). Berliner Speckgürtel (Potsdam, Oranienburg) mit höheren Gehältern.
  • Mecklenburg-Vorpommern: 2.350–3.000 EUR (Median 2.600 EUR). Niedrigstes Gehaltsniveau, aber Rostock und Schwerin liegen über dem Schnitt.
  • Bremen: 2.700–3.400 EUR (Median 2.950 EUR). Kleiner Markt, aber solide Bezahlung.
  • Saarland: 2.500–3.300 EUR (Median 2.850 EUR). Beeinflusst durch die Nähe zu Luxemburg und Frankreich.
Die Gehaltsspanne zwischen dem teuersten und günstigsten Bundesland beträgt bis zu 700 EUR brutto im Monat. Aber: Wer nur aufs Brutto schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen. In München zahlst du 18 EUR/m² Miete, in Leipzig 7 EUR. Das echte Gehalt ist das Netto nach Miete.

TVöD-Gehaltstabelle: EG 9a nach Stufen

Im öffentlichen Dienst werden Physiotherapeuten bundesweit einheitlich in Entgeltgruppe 9a eingruppiert. Die Stufen steigen automatisch mit der Berufserfahrung. Diese Tabelle gilt für alle Bundesländer gleich:

  • Stufe 1 (Einstieg): 3.045 EUR brutto
  • Stufe 2 (nach 1 Jahr): 3.230 EUR brutto
  • Stufe 3 (nach 3 Jahren): 3.350 EUR brutto
  • Stufe 4 (nach 6 Jahren): 3.540 EUR brutto
  • Stufe 5 (nach 10 Jahren): 3.720 EUR brutto
  • Stufe 6 (nach 15 Jahren): 3.855 EUR brutto

Dazu kommen TVöD-Extras: Jahressonderzahlung (ca. 70–80% eines Monatsgehalts), VBL-Betriebsrente (ca. 6,45% Arbeitgeber-Anteil), 30 Urlaubstage und Leistungsentgelt (ca. 2% des Jahresgehalts). Rechnet man alles zusammen, liegt der effektive Gesamtwert einer Stufe-3-Stelle bei ca. 3.850 bis 4.000 EUR monatlich.

Gehalt nach Berufserfahrung: Einstieg bis Senior

  • Berufseinsteiger (0–2 Jahre): 2.600–2.900 EUR (West) bzw. 2.350–2.600 EUR (Ost). Im TVöD einheitlich 3.045 EUR.
  • Erfahren (3–5 Jahre): 2.900–3.300 EUR (West) bzw. 2.600–2.900 EUR (Ost). Erster Gehaltssprung durch Fortbildungen (MT, KGG).
  • Senior (5–10 Jahre): 3.100–3.500 EUR (West) bzw. 2.800–3.200 EUR (Ost). Spezialisierung und Leitungsfunktionen treiben das Gehalt.
  • Experte (10+ Jahre): 3.300–3.800 EUR (West) bzw. 3.000–3.400 EUR (Ost). Mit Osteopathie oder Leitungsfunktion auch über 4.000 EUR möglich.

Der größte Hebel für dein Gehalt ist nicht die Berufserfahrung allein, sondern die Kombination aus Erfahrung und Zusatzqualifikationen. Manuelle Therapie bringt +200 bis 400 EUR, KGG +150 bis 300 EUR, Osteopathie +200 bis 500 EUR pro Monat.

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West vs. Ost: Wie groß ist der Unterschied wirklich?

Der Ost-West-Gehaltsunterschied liegt 2026 bei ca. 300 bis 500 EUR brutto im Median. Das klingt viel, relativiert sich aber durch die deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten in Ostdeutschland. Eine Beispielrechnung:

  • Physiotherapeut in Düsseldorf: 3.200 EUR brutto, 2.150 EUR netto, 850 EUR Warmmiete (60 m²) = 1.300 EUR verfügbar
  • Physiotherapeut in Leipzig: 2.800 EUR brutto, 1.950 EUR netto, 480 EUR Warmmiete (60 m²) = 1.470 EUR verfügbar
  • Ergebnis: 170 EUR mehr verfügbares Einkommen in Leipzig trotz 400 EUR weniger Brutto

Allerdings: Der Gehaltsunterschied wird kleiner. Seit 2020 steigen die Gehälter in Ostdeutschland schneller als im Westen (ca. 4–5% vs. 2–3% pro Jahr). Der Fachkräftemangel ist in vielen ostdeutschen Städten mindestens so gravierend wie im Westen, was den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.

Netto-Rechnung: Was bleibt bei 3.100 EUR brutto?

Das Median-Bruttogehalt in Deutschland liegt 2026 bei ca. 3.100 EUR. So sieht die Netto-Rechnung aus:

  • Brutto: 3.100 EUR
  • Lohnsteuer (StKl. 1): ca. –285 EUR
  • Krankenversicherung (8,15%): ca. –253 EUR
  • Rentenversicherung (9,3%): ca. –288 EUR
  • Arbeitslosenversicherung (1,3%): ca. –40 EUR
  • Pflegeversicherung (2,3%): ca. –71 EUR
  • Netto (ca.): 2.163 EUR (Steuerklasse 1) bzw. 2.383 EUR (Steuerklasse 3)

In Steuerklasse 3 (verheiratet, Alleinverdiener) bleiben ca. 220 EUR mehr netto. Mit Kirchensteuer (9% in NRW, Bayern, BaWü) kommen nochmal ca. 25–30 EUR Abzug dazu. Kinderfreibeträge senken die Lohnsteuer zusätzlich.

Gehaltsvergleich: Physio vs. Ergo vs. Logo

  • Physiotherapie: Median 3.100 EUR, Spanne 2.600–3.800 EUR. Höchstes Gehaltsniveau der drei Berufe.
  • Ergotherapie: Median 2.900 EUR, Spanne 2.500–3.600 EUR. Ca. 100–200 EUR unter Physiotherapie.
  • Logopädie: Median 3.000 EUR, Spanne 2.550–3.700 EUR. Zwischen Physio und Ergo, mit steigender Tendenz.

Im TVöD sind alle drei Berufsgruppen in EG 9a eingruppiert und verdienen identisch. Die Unterschiede entstehen vor allem in Privatpraxen durch unterschiedliche Kassensätze und Spezialisierungsmöglichkeiten.

Gehaltsentwicklung 2020–2026 und Prognose 2027

Das Median-Gehalt für Physiotherapeuten ist seit 2020 um ca. 17% gestiegen – deutlich mehr als die allgemeine Lohnentwicklung (ca. 12%). Die Treiber: Fachkräftemangel, steigende Kassensätze durch die Heilmittel-Reform und der demografische Wandel. Für 2027 wird ein weiterer Anstieg von 3–4% erwartet. Der Median dürfte dann bei 3.200 bis 3.250 EUR liegen.

5 Tipps für mehr Gehalt als Physiotherapeut

  • Fortbildungen strategisch wählen: KGG (beste Kosten-Nutzen-Relation) und MT (höchster absoluter Effekt) zuerst. Osteopathie nur langfristig sinnvoll.
  • Alle 3–4 Jahre Arbeitgeber wechseln: Wechsel bringen im Schnitt 200–400 EUR mehr als interne Gehaltserhöhungen. Reverse Recruiting über CuraCareer macht es einfach.
  • Benefits einrechnen: Fortbildungsbudget, Fahrtkostenzuschuss, zusätzliche Urlaubstage und betriebliche Altersvorsorge können 200–400 EUR Netto-Wert pro Monat ausmachen.
  • TVöD als Benchmark nutzen: Auch wenn du nicht im öffentlichen Dienst arbeitest – der TVöD ist die beste Verhandlungsgrundlage. Rechne immer den Gesamtwert (Brutto + Benefits) gegen das Privatpraxis-Angebot.
  • Konkrete Zahlen nennen: Sage nicht „Ich möchte mehr verdienen“, sondern „Mit meiner MT-Qualifikation und 5 Jahren Erfahrung halte ich 3.400 EUR brutto für angemessen.“ Eine konkrete Zahl signalisiert Marktkenntnis.

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Fazit: Gehalt optimieren statt akzeptieren

Die Gehaltstabelle zeigt: Physiotherapeuten in Deutschland verdienen 2026 zwischen 2.350 und 3.900 EUR brutto – je nach Bundesland, Erfahrung, Spezialisierung und Arbeitgeber. Der Median liegt bei 3.100 EUR. Wer gezielt Fortbildungen wählt, strategisch wechselt und gut verhandelt, kann sein Gehalt innerhalb von 5 Jahren um 500 bis 800 EUR steigern. Die beste Nachricht: Der Fachkräftemangel gibt dir eine Verhandlungsposition, die es vor 5 Jahren so nicht gab.

Hinweis: Alle Gehaltsangaben basieren auf oeffentlich verfuegbaren Marktdaten (Entgeltatlas der Bundesagentur fuer Arbeit, Stellenanzeigen-Auswertungen, Stand 2025/2026) und stellen Durchschnittswerte dar. Individuelle Gehälter koennen je nach Arbeitgeber, Qualifikation und Verhandlung abweichen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die genannten Betraege. Die Netto-Angaben sind Naeherungswerte und ersetzen keine individuelle Steuerberatung. Fuer konkrete Steuer- und Rentenberechnungen wende dich an eine zugelassene Steuerkanzlei.

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Physiotherapeut in Deutschland?

Der Median liegt 2026 bei ca. 3.100 EUR brutto im Monat. Die Spanne reicht von 2.350 EUR (Berufseinsteiger, Ostdeutschland) bis 3.900 EUR (Spezialist, Süddeutschland). Im TVöD startest du bei 3.045 EUR und erreichst nach 15 Jahren 3.855 EUR.

In welchem Bundesland verdienen Physiotherapeuten am meisten?

Baden-Württemberg (Median 3.250 EUR), gefolgt von Bayern (3.200 EUR) und Hessen (3.150 EUR). Allerdings sind dort auch die Lebenshaltungskosten am höchsten. Das beste Verhältnis aus Gehalt und Lebenskosten bieten NRW-Mittelstädte und Brandenburg (Berliner Speckgürtel).

Wie viel verdient ein Physiotherapeut netto?

Bei 3.100 EUR brutto bleiben in Steuerklasse 1 ca. 2.163 EUR netto, in Steuerklasse 3 ca. 2.383 EUR. Mit Kirchensteuer ca. 25–30 EUR weniger. Die genaue Höhe hängt von Kirchensteuer, Kinderfreibeträgen und dem Bundesland ab.

Was steht in der TVöD-Gehaltstabelle für Physiotherapeuten?

Physiotherapeuten werden im TVöD in EG 9a eingruppiert. Stufe 1: 3.045 EUR, Stufe 2: 3.230 EUR, Stufe 3: 3.350 EUR, Stufe 4: 3.540 EUR, Stufe 5: 3.720 EUR, Stufe 6: 3.855 EUR. Dazu kommen Jahressonderzahlung, VBL-Rente und 30 Urlaubstage.

Warum verdienen Physiotherapeuten im Osten weniger?

Historisch bedingt durch niedrigere Kassensätze und geringere Kaufkraft in Ostdeutschland. Der Unterschied schrumpft aber: Die Gehälter im Osten steigen schneller (4–5% pro Jahr vs. 2–3% im Westen). Im TVöD gibt es keinen Ost-West-Unterschied mehr.

Lohnt sich ein Umzug für ein höheres Physiotherapie-Gehalt?

Nicht unbedingt. Höhere Gehälter in Süddeutschland werden oft durch höhere Mieten aufgefressen. Ein Physiotherapeut in Leipzig hat nach Miete oft mehr verfügbares Einkommen als einer in München. Vergleiche immer das Netto nach Miete, nicht das Brutto.

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