TL;DR: Psychomotorik verbindet Bewegung und Wahrnehmung – ideal für Kinder mit Entwicklungsstörungen. Die Fortbildung umfasst 200–400 UE, kostet 1.500–3.500 € und ermöglicht Gruppenangebote und Präventionskurse als zusätzlichen Umsatzkanal.
Was ist Psychomotorik?
Psychomotorik beschreibt den Zusammenhang zwischen Bewegung, Wahrnehmung und psychischem Erleben. In der therapeutischen Psychomotorik werden Bewegungs- und Spielangebote genutzt, um die Gesamtentwicklung von Kindern zu fördern: Motorik, Wahrnehmung, Sozialverhalten und Selbstvertrauen. Psychomotorik ist keine Therapie im engeren Sinn, sondern ein Förderansatz – daher als Prävention nach §20 SGB V absetzbar.
Psychomotorik-Fortbildung: Aufbau und Inhalte
- Grundlagen der Psychomotorik (Theorie): Entwicklungspsychologie, Wahrnehmungsentwicklung, motorisches Lernen
- Bewegungs- und Spielräume gestalten: Material, Aufbau, Sicherheit
- Körpererfahrung und Sinneswahrnehmung: Taktil, vestibulär, propriozeptiv
- Soziale Kompetenzen durch Bewegung: Kooperation, Kommunikation, Konfliktlösung
- Praxisprojekt: Planung und Durchführung einer Psychomotorik-Einheit
- Zertifikat: „Psychomotorik-Förderkraft“ oder „Zertifikat Psychomotorik“
Anbieter-Vergleich 2026
- Rheinische Akademie im Förderverein Psychomotorik e.V. (Bonn): 400 UE, 3.200 €, Referenz-Anbieter, Zertifikat „Psychomotorik-Förderkraft“
- Deutsche Akademie für Psychomotorik (Marburg): 300 UE, 2.800 €, akademischer Schwerpunkt
- Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe (diverse Standorte): 200 UE, 1.500–2.000 €, kompakt
- Hochschulzertifikat Psychomotorik (z. B. Uni Marburg): 2 Semester, 3.500 €, akademisch anerkannt
Einsatzgebiete
- Entwicklungsförderung bei motorisch unsicheren Kindern
- AD(H)S: Bewegung als Ventil und Strukturhilfe
- Autismus-Spektrum: Sinneswahrnehmung und Sozialkontakt
- Übergewicht bei Kindern: Freude an Bewegung (wieder)entdecken
- Prävention: §20-SGB-V-Kurse in Kitas und Grundschulen
- Frühförderung: Ergänzung zu Bobath-Kinder/Vojta
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Psychomotorik als Umsatzkanal
Psychomotorik-Gruppenangebote sind lukrativ: 6–10 Kinder pro Gruppe, 8–12 Einheiten, 80–150 € pro Kind. Die Krankenkassen bezuschussen §20-Kurse mit 80–100 %. Für Praxen mit Pädiatrie-Schwerpunkt ist das ein willkommener Zusatzumsatz von 500–1.500 €/Monat pro Kursreihe. Auch Kitas buchen Psychomotorik-Therapeuten für regelmäßige Fördereinheiten.
Psychomotorik in der Physiotherapie: Abgrenzung
Psychomotorik ist KEIN Heilmittel – sie wird nicht auf Rezept verordnet. Physiotherapeuten nutzen psychomotorische Elemente aber im Rahmen der KG-Behandlung (spielerische Übungen, Wahrnehmungsförderung). Als Präventionskurs (§20 SGB V) ist Psychomotorik separat abrechenbar. Die Kombination aus KG-ZNS (Therapie) und Psychomotorik-Gruppen (Prävention) ist ein starkes Modell für die Kinderpraxis.
„Psychomotorik ist die beste Fortbildung, die ich neben Bobath-Kinder gemacht habe. Die Kinder lieben es, und ich habe einen zusätzlichen Umsatzkanal.“ – Kinderphysiotherapeutin mit Psychomotorik-Gruppen, 33, Münster