TL;DR: Die MT-Prüfung besteht aus drei Teilen: praktisch (Befund + Behandlung am Patienten), schriftlich (MC + offene Fragen) und Patientenpräsentation. Bestehensquote: 70–95 %. Hier der Ablauf, Bewertungskriterien und die besten Vorbereitungstipps.
Prüfungsformat: Die drei Teile
Teil 1: Praktische Prüfung (30–45 Min.)
Du bekommst einen Patienten (meist vom Kursanbieter organisiert) und führst einen vollständigen Befund und eine Behandlung durch. Die Prüfer bewerten: Systematik der Befunderhebung, Qualität der Gelenktechniken, Clinical Reasoning (Begründung deiner Entscheidungen), Patientenkommunikation und Dokumentation. Der praktische Teil ist der anspruchsvollste – und der wichtigste.
Teil 2: Schriftliche Prüfung (60–90 Min.)
Multiple Choice und offene Fragen zu: Anatomie, Biomechanik, Pathologie, MT-Techniken und Kontraindikationen. Typisch: 40–60 MC-Fragen + 2–4 offene Fragen. Bestanden: ≥60 % korrekt. Tipp: Schwerpunkt auf Kontraindikationen und Clinical Reasoning – hier fallen die meisten durch.
Teil 3: Patientenpräsentation (15–20 Min.)
Du präsentierst einen eigenen Patientenfall: Anamnese, Befund, Hypothese, Behandlungsplan und Verlauf. Die Prüfer stellen Fragen zu deinem Clinical Reasoning. Tipp: Wähle einen Fall mit klarem Verlauf und guter Dokumentation. Übe die Präsentation vor Kollegen.
Bewertungskriterien
- Systematik: Befund logisch und vollständig aufgebaut (Screening → Differenzierung → Gelenktests)
- Technik: Saubere Grifftechnik, korrekte Gelenkstellung, angemessene Dosierung
- Clinical Reasoning: Kannst du begründen, WARUM du WAS tust?
- Sicherheit: Kontraindikationen erkannt und berücksichtigt (Red Flags, Yellow Flags)
- Kommunikation: Patientenaufklärung, Informed Consent, verständliche Sprache
- Dokumentation: Befund nachvollziehbar dokumentiert, Messwerte präzise
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Zu schnell behandeln: Nimm dir Zeit für den Befund – ein guter Befund ist 50 % der Note
- Kontraindikationen vergessen: Frag IMMER nach Red Flags (Tumor, Fraktur, Infektion, Gefäßpathologie)
- Keine Hypothese formulieren: Prüfer wollen hören, WAS du denkst und WARUM
- Grifftechnik unsauber: Übe jede Technik 100x – die Hände müssen automatisch arbeiten
- Nervosität: Prüfungssimulationen reduzieren den Stress am Tag X erheblich
- Patientenpräsentation nicht geübt: Frei sprechen, nicht ablesen – Präsentation 5x üben
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Vorbereitung: Die besten Strategien
- Lerngruppe: 3–4 Personen, regelmäßig treffen, gegenseitig prüfen
- Patientenstunden: Mindestens 30 eigene Patientenbehandlungen mit MT während der Ausbildung
- Prüfungssimulation: Mindestens 3x den kompletten Prüfungsablauf durchspielen
- Repetitorium: Viele Anbieter bieten Prüfungsvorbereitungskurse an (200–400 €, 1–2 Tage)
- Literatur: Kaltenborn-Lehrbuch + Skript des Anbieters sind die Prüfungsgrundlage
- Kontraindikationen-Liste: Auswendig lernen – hier fallen die meisten durch
Nach der Prüfung: Anerkennung und nächste Schritte
Nach bestandener Prüfung meldest du dein MT-Zertifikat bei den Krankenkassen an (IK-Nummer aktualisieren). Ab sofort darfst du MT abrechnen. Nächste Karriereschritte: OMT-Ausbildung (für Spezialisten), Praxisgründung oder Gehaltsverhandlung. Die meisten Therapeuten verhandeln innerhalb von 4 Wochen nach der Prüfung ihr Gehalt neu.
„Die Prüfung war hart, aber fair. Tipp: Wenn du den Befund sauber machst und dein Clinical Reasoning erklären kannst, bestehst du.“ – Physiotherapeut, 28, MT-Prüfung bestanden beim DVMT