TL;DR: Eine Kinderphysiotherapie-Praxis erfordert 25.000-50.000 € Investition, kindgerechte Ausstattung und Bobath-Kinder/Vojta-Qualifikation. Das Umsatzpotenzial liegt bei 6.000-10.000 € brutto/Monat. Mundpropaganda und Kinderarztzuweisungen füllen die Terminbücher schnell.
Warum eine Kinderphysio-Praxis?
Kinderphysiotherapie ist eine Nische mit hoher Nachfrage und geringem Angebot. Viele Praxen behandeln Kinder nur nebenbei, eine spezialisierte Kinderpraxis hebt sich sofort ab. Kinderärzte überweisen bevorzugt an spezialisierte Praxen. Mundpropaganda unter Eltern ist der stärkste Marketing-Kanal. Und: Kinder sind treue Patienten, viele kommen über Jahre.
Voraussetzungen
- Mindestens 3-5 Jahre Berufserfahrung in der Pädiatrie
- Bobath-Kinder (Pflicht für KG-ZNS-Abrechnung bei Kindern)
- Vojta (empfohlen als Ergänzung, besonders für Säuglinge)
- Kassenzulassung (Antrag bei der zuständigen Arbeitsgemeinschaft)
- Kindgerechte Räumlichkeiten (s. Ausstattung)
- Berufshaftpflichtversicherung mit Pädiatrie-Abdeckung
Ausstattung: Kindgerecht und therapeutisch
- Therapieraum mit Bodenbelag (Fallschutz): Sprossenwand, Schaukelvorrichtung, Bobath-Rolle, Bälle verschiedener Größen
- Säuglingsecke: Wickeltisch, Säuglingswaage, Vojta-Therapieliege
- Spielbereich: Wartebereich mit Spielsachen, Bücherecke (Eltern-Kind-freundlich)
- Motorik-Parcours: Treppe, Rutsche, Tunnel, Balancierbalken (Platz: mind. 25 m²)
- Elternberatungsraum: Ruhiger Raum für Gespräche und Anleitung
- Dokumentation: Tablet oder PC für Befundung und Berichte
Investition und Finanzierung
- Ausstattung Therapieraum: 10.000-25.000 €
- Miete + Kaution (3 Monate): 3.000-9.000 €
- Umbau/Renovierung (kindgerecht): 5.000-15.000 €
- Betriebsmittelreserve (6 Monate): 10.000-20.000 €
- Gesamtinvestition: 25.000-50.000 €
- Finanzierung: KfW-Gründerkredit, Eigenkapital (mind. 20 %), ggf. Gründungszuschuss
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Umsatzpotenzial
- KG-ZNS (Bobath/Vojta): ca. 31 €/30 Min., Hauptumsatzträger
- KG Standard: ca. 22 €/20 Min.
- Hausbesuche Säuglinge: ca. 40 €/Behandlung inkl. Fahrt
- Frühförderung (Eingliederungshilfe): Separate Abrechnung, attraktiv
- Präventionskurse (§20 SGB V): Psychomotorik-Gruppen, 80-120 €/Teilnehmer
- Monatsumsatz (solo, Vollzeit): 6.000-10.000 € brutto
- Mit Mitarbeitern: Skalierung auf 15.000-25.000 € Praxisumsatz möglich
Marketing und Patientengewinnung
- Kinderarztnetzwerk: Der wichtigste Zuweiser-Kanal, persönlich vorstellen, Flyer dalassen
- Mundpropaganda: Eltern-Communities sind extrem vernetzt (Krabbelgruppen, Elternforen)
- Google My Business: „Kinderphysiotherapie [Stadt]“ optimieren
- Instagram: Praxiseinblicke, Tipps für Eltern, Entwicklungsförderung (DSGVO beachten: keine Kinderfotos ohne Einwilligung!)
- SPZ und Frühförderstellen: Kooperationen aufbauen für Überweisungen
- Hebammen-Netzwerk: Hebammen erkennen früh motorische Auffälligkeiten und überweisen
Besonderheiten der Kinderpraxis
- Eltern sind immer dabei: Therapie ist auch Elternberatung und -anleitung
- Spielerischer Ansatz: Kinder therapieren heißt spielen, mit therapeutischem Ziel
- Längere Behandlungszeiten: Kinder brauchen Aufwärm- und Abschlussrituale
- Berichte an Kinderärzte: Regelmäßige Therapieberichte stärken die Zuweiser-Beziehung
- Emotionale Belastung: Schwer betroffene Kinder und belastete Eltern erfordern Selbstfürsorge
„Meine Kinderpraxis war nach 6 Monaten voll. Kinderärzte überweisen gezielt an Spezialisten, und Eltern erzählen es weiter.“, Praxisinhaberin Kinderphysiotherapie, 35, Bonn